Bergarbeitersiedlung

Zechensiedlung Schlaegel & Eisen

Man fühlt sich zurückversetzt in die 50er oder 60er Jahre, manche Wohnungen sind mit ihren vielen unterschiedlichen Tapeten an der Wand Spiegelbild für die Mode der Zeit und den Geschmack ihrer Bewohner. Gäbe es noch Wasser in der Siedlung, könnte man fragen, ob man mal eben die Toilette benutzen darf – in manchen Häusern hätte man dafür die Wohnung nicht verlassen müssen, in anderen gab es nur pro Etage zwei Toiletten im Treppenhaus.

Der Innenhof ist mit Grün überwuchert, die Natur erobert sich nach und nach alles zurück und doch sieht man mit etwas Phantasie Kinder beim Fußball spielen, Bergleute ihre Beete bestellen oder sich um Hühner, Kaninchen oder Ziegen kümmern.

Es fühlt sich ein bisschen so an als wäre man in dem Film „Das Wunder von Bern“ zu Gast. Fast könnte man romantisch werden und von der „guten alten Zeit“ schwärmen.

Doch das Leben ist spätestens im Januar 2013, als die letzten beiden Mieter ihre Wohnungen verließen aus der Zechensiedlung „Schlägel & Eisen“ ausgezogen. Die Siedlung wurde 1913 für die Arbeiter der Zeche Zweckel gebaut. Ursprünglich sollten dort 600 Wohnungen entstehen, durch den 1. Weltkrieg wurden aber nicht alle fertig gestellt. Nach Schließung der Zeche Zweckel 1963 begann auch die Abwanderung aus der Siedlung und als die Wohnungsgesellschaft allen Mietern vor 15 Jahren kündigte auch deren Verfall.